Philip Seymour Hoffman, Bill Nighy, Nick Frost, Tom Sturridge,...
Plot:
Großbritannien, die 60er. Die britische Regierung verbietet beinahe das gesamte Radio-Programm, da es vermeindlich den Geist der Jugend verdirbt. Ganz besonders steht der aus Amerika importierte Rock 'n' Roll auf der schwarzen Liste.
Zum Glück schippert in der Nordsee der Piratensender "Radio Rock" auf einem Schiff herum und versorgt das Festland mit den neuesten Hits. Doch die Staatsgewalt hat ihren Aufenthaltsort schon ausgemacht...
Kritik:
"Radio Rock Revolution" ist eine Hymne auf die 60er - den Lifestyle, die freie Liebe und natürlich den Rock 'n' Roll. Erfreulicherweise gleich zu Beginn anzumerken: Der Aspekt "Drogen" wurde bewusst aus der Aufzählung rausgelassen, weil er nicht behandelt wird. "RRR" ist nämlich ein reiner Gute-Laune-Film, der sich nicht um Gesellschafts-Dramen oder ähnliches kümmert, sondern auf erfrischende Weise die Freude an der Musik zelebriert.
Und genau das wird dem erwartungsvollen Zuschauer auch in Hülle und Fülle geboten: Musik! Und zwar wirklich gute!
Musik allein füllt aber natürlich keinen Spielfilm aus (von Musicals und Rock-Operas à la "Rocky Horror Picture Show" mal ganz abgesehen). Wenn man ehrlich sein soll: Der Plot von "Radio Rock Revolution" ist eher ein zweitrangiges Beiwerk und bezeiten auch viel zu flach, um wirklich dramaturgisch effektiv zu sein. Es werden gut gezeichnete Charaktere (wie oft benutze ich eigentlich die Bezeichnung "gut gezeichnet"?) geschaffen und einige brauchbare Konflikte angedeutet (z.B. der Konkurrenzkampf zwischen "The Count" und Gavin), welche aber nie bis zum Ende ausgeführt werden. Besonders das Frauen-Problem von Protagonist Carl löst sich ganz von alleine und bemüht sich nicht einmal um eine Begründung.
Der Hauptkonflikt um die Verfolgung des Piratensenders durch den Staat ist ebenfalls nie ernst genug (was auch Absicht ist) und löst sich am Ende in eine Art "Aber-wir-geben-nicht-auf!"-Feier auf.
Das alles ist aber nicht weiter kritisch, denn der Film schafft gekonnt gute Laune beim Zuschauer und lässt ihn unbetrübt in das verrückte Treiben der Figuren eintauchen. Die Schauspieler, unter anderem britische Stars wie Bill Nighy ("Pirates of the Caribbean 2 & 3" und "Shaun of the Dead") und Nick Frost (ebenfalls aus "Shaun of the Dead") sowie "Capote"-Darsteller Philip Seymour Hoffman, tun ihr Allerbestes und lassen den Hype um die schattenhaften Radiosender vollends aufleben. Dazu gibt es viele Überblenden zu den britischen Jugendlichen, die begeistert den Stimmen der Rock-Rebellen lauschen. Die Parodie auf die prüde britische Staatsgewalt ist ebenfalls einfach köstlich. Obendrauf gibt es den abgefahrenen Lebensstil der Radiomoderatoren auf dem Schiff zu sehen, wodurch der Film letztendlich ein sehr dreidimensionales Bild kreiert, bei dem das Zugucken einfach Spaß macht.